Nationale Alarmzentrale verfolgt abstürzende Raumsonde Phobos-Grunt
Die russische Raumsonde Phobos-Grunt hatte bereits wenige Stunden nach dem Start am 8. November 2011 technische Probleme und konnte deswegen nicht planmässig Kurs zum Marsmond Phobos nehmen. Am 13. Dezember mussten die russischen Behörden nach mehrmaligen misslungenen Versuchen, die Sonde zu aktivieren, diese als verloren deklarieren.
Die Sonde Phobos-Grunt wiegt 13.5 Tonnen und hat ungefähr die Grösse eines Containers. An Bord befinden sich neben mehreren Aluminiumtanks mit Raketentreibstoff auch eine kleine radioaktive Quelle, welche für den Betrieb eines Spektrometers notwendig ist.
Die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos, die NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehen davon aus, dass die Treibstofftanks beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen werden und somit keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Auch die Gefährdung durch die radioaktive Quelle ist als äusserst gering einzustufen. Die russischen Behörden rechnen damit, dass ca. 20 Trümmerteile die Erdoberfläche erreichen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trümmerteile auf die Schweiz fallen, ist sehr klein.
In der Schweiz ist die NAZ (Nationale Alarmzentrale) für Satellitenabstürze zuständig. Sie steht mit nationalen und internationalen Partnern in Kontakt und informiert regelmässig die Behörden von Bund und Kantonen.
Der genaue Ort und Zeitpunkt des Satellitenabsturzes lässt sich nicht genau vorhersagen, jedoch kann das Zeitfenster zwischen dem 15.01.2012 und dem 16.01.2012 eingegrenzt werden.
Sollten in der Schweiz Satellitentrümmer niedergehen, empfiehlt die NAZ, diese nicht zu berühren und sofort die Polizei zu informieren.
Adresse für Rückfragen:
Christian Fuchs
Information NAZ
044 256 94 35
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport