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Gemeinde Brienz
vorhergehendes Ereignis

Untergang der Alten Eidgenossenschaft

1798

Januar: Französische Truppen haben den Nordjura besetzt und stehen vor Biel. Angesichts der bedrohlichen Lage beruft Berns Obrigkeit Abgeordnete aus den Landstädten und den Ämtern, die mit Regierungsvertretern eine neue Verfassung beraten sollen. Am 29. Januar wählen Vorsteher und Gerichtssässen von Hasli, Brienz und Ringgenberg in Brienz den Landammann Caspar Moor von Hasli zu ihrem Abgeordneten. Bei Erlass des allgemeinen Truppenaufgebots wird das 1. Oberländer Bataillon mit den Auszügern aus dem Hasli und vom rechten Seeufer nach Murten verlegt. Nach der Besetzung von Freiburg und Solothurn durch die Franzosen am 2. März ziehen sich die Berner Truppen an die Saane und die Sense zurück. Das 1. Bataillon kommt nach Gümmenen und Laupen, wo seine 1. Grenadierkompanie einen Scheinangriff der Franzosen abwehrt. Alarmiert durch den Gefechtslärm, quert das Bataillon am 5. März im Eilmarsch den Forst, erreicht Neuenegg aber erst, nachdem dort der französische Angriff zurückgeschlagen worden, und, weil Bern unterdessen gefallen, der Krieg zu Ende ist. Im Gegensatz zum 2. Oberländer Bataillon (Auszüger aus den Lütschinentälern und dem Bödeli), das bei Lengnau schwere Verluste erlitten hat, kehren die Hasler, Brienzer und Ringgenberger ungeschoren zurück.

Flüchtlinge in Brienz: Der greise Schultheiss Niklaus Friedrich von Steiger übernachtet auf seiner Flucht nach Augsburg am 6.17. März im «Bären», nachdem ihm der Brienzer Landweibel vor dem Einschiffen beim Zollhaus (Interlaken Ost) gegen aufgebrachte Landstürmer beigestanden ist. Auch der nachmalige Statthalter Johannes Fischer ist dem Flüchtling behilflich. Die Witwe des bei Wichtrach ermordeten Generals von Erlach weicht vor dem Volkszorn in Bönigen und lässt sich mit ihrer Tochter und deren Kindern seeaufwärts nach Brienz fahren. Sie wird auch hier von einem Volksauflauf empfangen. Der Statthalter besorgt ihr ein Gefährt für das Gepäck und Träger für die Kinder. Unterwegs nach Brienzwiler bemächtigt sich diebisches Volk des Gepäckwagens und erpresst von den Frauen Geld. Weil der Brünig gesperrt ist, übernachten sie in Meiringen und gelangen am nächsten Tag bei Regen über den Hasliberg nach Sarnen. Hilfsbereitschaft und Unterkunft findet Hauptmann von Mülinen, Kommandant der erwähnten 1. Grenadierkompanie mit seiner Familie, weil er hier von früher her bekannt ist. Seine Frau bleibt mit den fünf Kindern längere Zeit in Brienz, während er im Hasli und in Bern unterhandelt.

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