Aktuelles aus dem Gemeinderat (Verwaltung Oberried, Briensermärt, Brienzer Wildbäche, Wechsel in der Baukommission
Brienz übernimmt befristet die Verwaltungsführung der Gemeinde Oberried
Die Einwohnergemeinde Brienz übernimmt ab dem 1. Januar 2027 die Verwaltungsdienstleistungen der Gemischten Gemeinde Oberried. Das Mandat ist bis zum 31. Dezember 2028 befristet. Es stellt den Service public für die Oberrieder Bevölkerung sicher und nimmt keinen Entscheid über eine Fusion der beiden Gemeinden vorweg.
Der besondere Verwalter von Oberried, André Chevrolet, hat Brienz angefragt, die Verwaltungsaufgaben vorübergehend zu übernehmen, damit die Oberrieder Bevölkerung weiterhin verlässlich bedient wird. Der Gemeinderat Brienz hat dem Mandat zugestimmt.
Keine Fusion durch die Hintertür
Die Zusammenarbeit ist rein administrativ. Oberried bleibt eine eigenständige, politische Gemeinde. Die bereits gestarteten Fusionsabklärungen laufen unabhängig davon weiter. Das Mandat an die Gemeinde Brienz schafft derweil die Grundlage, dass nebst der Sicherstellung des Service public, die Fusionsabklärungen in geplantem Rahmen weitergeführt werden können. Über eine allfällige Fusion entscheiden allein die Stimmberechtigten von Brienz und Oberried wie geplant.
«Die Verwaltung von Oberried ist damit bis Ende 2028 gesichert, und die Fusionsabklärungen können ergebnisoffen weitergeführt werden», sagt André Chevrolet, besonderer Verwalter der Gemeinde Oberried.
So werden die Aufgaben abgedeckt
Wo Brienz selbst nur minimal besetzt ist, etwa in der Bauverwaltung, setzt die Gemeinde kein eigenes zusätzliches Personal für Oberried ein. Diese Leistungen kauft Oberried bei externen Fachstellen ein. Einzig für die Verwaltungsführung schafft Brienz zusätzliche Kapazität durch interne Umverteilungen und bei Bedarf eine befristete personelle Verstärkung. Die Dienstleistungen und Projekte von Brienz werden wie bisher weitergeführt. Oberried entschädigt sämtliche Leistungen vollumfänglich, das Mandat ist für Brienz kostenneutral.
«Wir unterstützen unsere Nachbargemeinde, aber nicht auf Kosten der Brienzer Bevölkerung», sagt Bernhard Fuchs, Gemeinderatspräsident von Brienz. «Wir haben diesem Mandat unter der Voraussetzung zugestimmt, dass die Fusionsabklärungen mit der Nachbargemeinde Oberried bereits laufen. Es ist uns wichtig, diesen Prozess abzusichern.»
Gemeinderat Brienz
André Chevrolet, besonderer Verwalter Oberried
400 Jahre Briensermärt: Vom Viehhandel zum Treffpunkt
Der Briensermärt feiert 2026 sein 400-Jahr-Jubiläum. Eine öffentliche Ausstellung im Foyer der Burgergemeinde Brienz erzählt seine Geschichte – vom bäuerlichen Vieh- und Warenhandel bis zum heutigen Treffpunkt.
Die Gründung des Briensermärts hatte einen praktischen Anlass: Für die Brienzer war es beschwerlich, ihr Vieh an auswärtige Märte zu treiben. Am 6. Juli 1626 bewilligten Schultheiss und Rat von Bern deshalb einen eigenen jährlichen Märt am Verenentag, dem 1. September. Es falle den Brienzern «unkomlich», mit ihrem Vieh an andere Märte zu fahren, lautete die damalige Begründung.
Bis sich der heutige Termin etablierte, wurde der Märt mehrfach verschoben. Dabei galt es, die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung und die Reisewege der auswärtigen Händler aufeinander abzustimmen. Seit 1761 findet der Briensermärt am zweiten Mittwoch im November statt.
Über zwei Jahrhunderte stand der Handel im Vordergrund. Neben Vieh wechselten Kleider, Schuhe, Werkzeuge und Haushaltsgegenstände die Hand. Der Märt war zugleich Zahltag: Rechnungen und Pachtzinsen wurden beglichen. Im späten 19. Jahrhundert gewann die Unterhaltung an Bedeutung. Das «Resslischpil», später auch Schiessbuden und weitere Attraktionen, ergänzten das Handelsgeschehen. Heute sind die beiden Novembertage für viele Einheimische und Heimwehbrienzerinnen und Heimwehbrienzer ein fester Termin zum Wiedersehen und Feiern.
Dorfgeschichte zum Anschauen
Zum Jubiläum laden die Einwohnergemeinde und die Burgergemeinde Brienz zur öffentlichen Ausstellung «400 Jahre Briensermärt» ein. Gestaltet hat sie das Team der Brienzer Dorfgeschichte. Historische Dokumente, Dorfgeschichten und Fotos, ein Rösslispiel-Pferd, «Märt»-Schnitzereien und alte Alltagsgegenstände machen die Entwicklung des Märts sichtbar. Die Ausstellung ist bis Ende November 2026 im Foyer der Burgergemeinde an der Hauptstrasse 62 zugänglich.
Gefeiert wird auch am Märt selbst: Am Donnerstag, 12. November 2026, ab 14 Uhr lädt der Jubiläumsstand auf dem Fischerbrunnenplatz zum Zusammenkommen ein. Dazu gibt es Kaffee und Tee vom «Drii-Beinz» sowie «Gräbel» von Walzes.
Ersatzwahlen in der Baukommission
Andreas Blatter, FDP hat seine Demission in der Baukommission per Ende Jahr 2026 eingereicht, damit er seine neuen Aufgaben in der Schwellenkorporation Brienz in Angriff nehmen kann.
Als Ersatzperson rückt per 1. Januar 2027 Luca Schmidhauser, FDP (parteilos) nach. Der Gemeinderat hat die Wahl von Luca Schmidhauser bestätigt.
Der Gemeinderat dankt Andreas Blatter für sein Engagement und Luca Schmidhauser für die Bereitschaft das Amt zu übernehmen.
Der Gemeinderat Brienz
Schlüsselübergabe Brienzer Wildbäche
Nach fast 130 Jahren übergibt der Kanton Bern per 1. Januar 2027 das historische Aufforstungs- und Verbauungsprojekt «Brienzer Wildbäche» an die Gemeinden Brienz, Hofstetten und Schwanden zurück. Die operative Leitung übernimmt der Forst Brienz; die Grundstücke des Kantons wechseln für einen symbolischen Franken den Besitzer und gehen an die entsprechenden Gemeinden.
Ende Oktober 2026 hat die offizielle Übergabe vom Kanton an die Gemeinden stattgefunden.
Die Gemeinden Brienz, Hofstetten und Schwanden